Der Mangawhai Cliff Walk

Wenn man wie ich ziemlich konditionslos aber dafür nicht schwindelfrei ist, überlegt man zweimal, ab man die Tour geht. Aber man ist nun mal vor Ort und muss das selbst sehen, was man online und in so manchem Reiseführer gesehen hat. Der Anfang des Walks beginnt ca. 300 Meter vom Zugang zum Strand, der Weg ist ausgeschildert. Natürlich muss man auf die Klippen, von daher geht es erst mal ziemlich steil nach oben. Nach gefühlten 4000 Treppenstufen - es sind wahrscheinlich irgendwas zwischen 100 und 200 - und insgesamt 20 Minuten Aufstieg ist man praktisch oben und man kann von einer Aussichtsplattform die ersten Ausblicke genießen. Und wenn man denkt, dass der Strand von unten gesehen schon ganz schön ist - von oben ist alles noch viel toller.

Der Weg schlängelt sich nun mit leichten Neigungen und Steigungen an den Klippen entlang, allerdings einen Meter breit. Auch ein nicht schwindelfreier Mensch wie ich hat hier eigentlich keine Probleme, den Weg entlang zu gehen, auch wenn freilich kein Geländer an den Klippen angebracht ist.

 

Immer wieder musste ich stehen bleiben, um Fotos zu machen. Mit dem geübten Fotografenauge hat man gefühlt alle 10 Meter eine neues Motiv vor der Kamera, so schnell ändert sich hier die Landschaft. Geht man einerseits noch relativ dicht an den Klippen entlang (jaja, schwindelfrei und so), ist man im nächsten Moment schon in einem kleinen Waldstück, durch das der Weg führt. Dann kommen wieder Bäume, die schräg am Hang wachsen, teilweise abgestorben. 

Man kramt praktisch dauernd die Kamera aus dem Slingshot-Rucksack, manche Bilder habe ich auch nur mit dem Handy gemacht, andere einfach nur vor dem geistigen Auge.

 

Auch sonst tut ab und an eine kleine Pause gut, sei es nur zum Ausschnaufen, die Ruhe genießen oder eine Trinkpause einzulegen. Es ist angebracht, einen halben Liter Wasser und etwas Obst mitzunehmen. Die Lust ist immer etwas salzig und warm und beim Wandern sollte man schon viel trinken.

 

Irgendwann geht es nur noch leicht abwärts, bis man an das Ende der Klippen kommt. Hier sind wieder viele Stufen, die es zu bewältigen gilt, allerdings diesmal viel einfacher, nämlich nach unten. Am unteren Ende der Klippe angekommen, kann man noch einmal ein schönes Stück grüner Natur bewundern, dann beginnt der steinige Weg des Weges. Denn ab hier geht es durch ein großes, natürliches Steintor weiter auf Kieselsteinen aller Größen und schroffen, teilweise schroffen Felsen. Den Weg am Strand entlang kann man nur gehen, wenn Ebbe (low tide) ist. Deshalb unbedingt vorab über die Gezeiten informieren, bevor man sich auf den Walk begibt. Ansonsten ist es ratsam, VOR den steil nach unten führenden Treppen umzudrehen. Nach oben will diese Treppen kein Mensch gehen. Auch wenn man sich den Rückweg über die vielen, teilweise auch rutschigen Steine nicht zutraut oder nicht das entsprechende Schuhwerk trägt, NICHT über den Strand zurück gehen.

 

Generell sei hier erwähnt, dass stabile, wasserfeste Wanderschuhe Pflicht sein sollten.

Ebenso sind Wanderstöcke oder Nordic Walking Stöcke ratsam. Meine sind (Achtung, Werbung) von der Firma Trekoo, bestehen aus Karbon, sind daher sehr leicht aber stabil und haben sogar an meinem klein gehaltenen Fotorucksack Platz, da höhenverstellbar. 

 

Am Strand entlang trifft man nach der Hälfe des Wegen dann endlich auf Sand, die felsigen Klippen sind vorbei. Ab hier besteht keine Gefahr mehr, dass man abrutscht und sich den Knöchel verstaucht und die Füße werden wunderbar entlastet.

 

Am Ende des Weges ist man dann doch froh, dass man wieder am Ausgangspunkt ist. Der Walk ist mit 2,5 Stunden angegeben, ich habe den Weg in 3 Stunden geschafft. Da ich immer wider kleine Pausen eingelegt habe und sehr viele Fotos gemacht habe, finde ich diese Zeit für meine Verhältnisse ganz gut ;)